Unsere auf Äusserlichkeiten und materiellen Wohlstand hin orientierte Gesellschaft wirft Menschen auf sich selbst zurück und lässt viele Fragen entstehen: Woher, Wohin - Was gibt dem Leben Sinn? Warum leiden wir? Wie erlangt man Glück? Was ist Karma? Werden wir wiedergeboren - reinkarniert? Viele Menschen suchen nach Antworten und wenden sich dem Buddhismus zu. Es sind auffallend viele Prominente darunter, Schauspieler, Intellektuelle, Schriftsteller, Sänger, Fussballer. Was macht den Buddhismus so attraktiv für die Menschen?
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Wer war Buddha?
Buddhas Lehre hat seine Grundlage in den von ihm verkündeten Vier edlen Wahrheiten
- Das Leben im Daseinskreislauf ist letztlich leidvoll.
- Ursachen des Leidens sind Gier, Hass und Verblendung.
- Erlöschen die Ursachen, erlischt das Leiden.
- Zum Erlöschen des Leidens führt der Edle Achtfache Pfad.
Der Begründer des Buddhismus ist Siddhartha Gautama - der spätere Buddha. Er wird als Fürstensohn in Nordindien geboren und lebt ungefähr von 560 bis 483 v.Chr. In seiner Jugend fehlt es ihm an nichts, wohlbehütet wächst er umgeben von Reichtum auf. Im Laufe seines Lebens wendet er sich aber immer mehr von den weltlichen Dingen ab. Auslöser ist ein, für ihn einschneidendes, Erlebnis: Mit 29 Jahren verlässt er für einen Ausflug den fürstlichen Palast. Von der Welt außerhalb der Palastmauern hat er bis dahin noch nicht viel gesehen. Während seines Ausflugs begegnet er deshalb das erste Mal einem Greis, einem Schwerkranken und einem Toten. Von da an weiß er, dass Alter, Krankheit und Tod unausweichlich mit dem Leben verbunden sind. Er ist geschockt, denn bisher spielte sich sein Leben vor allem an den Lotusteichen des Palastes, umgeben von schönen Musikerinnen ab. Doch sein bisheriges Leben interessiert ihn immer weniger, und er beschließt sich auf die Suche nach dem unvergänglichen, dauerhaften Glück zu machen. Sechs Jahre lang sucht er mit Hilfe verschiedenster Methoden - allerdings vergeblich. Frustriert setzt er sich daraufhin unter einen Feigenbaum und schwört sich, erst wieder aufzustehen, wenn er sein Ziel erreicht hat. In tiefer Meditation gelangt er schließlich zu geistiger Klarheit und wird erleuchtet. Von da an ist er ein Buddha - ein “vollkommen Erwachter”. Er beginnt zu lehren, gründet mehrere Orden und gewinnt viele Laienanhänger. Er selbst sieht sich aber nicht als Heiliger, und auch seine Anhänger sollen ihm nicht blind folgen, sondern alles selbst überprüfen. Mit 80 Jahren stirbt Buddha.
Der Leidenskreislauf des Samsara
Aus der Sicht des Vajrayana begehen „fühlende Wesen“ (vgl.: Sechs Daseinsbereiche) anders als erleuchtete Wesen einen grundlegenden Fehler bei der Wahrnehmung der Phänomene. Zwar ist die subtilste Schicht geistiger Prozesse uranfänglich erleuchtet (vgl.: Buddhanatur), dies wird vom wahrnehmenden Geist aber nicht erkannt. Die „fühlenden Wesen“ nehmen die von Natur aus nichtdual erscheinenden Phänomene als von sich selbst und voneinander getrennt wahr. Den Phänomenen wird irrig eine wirkliche Existenz zugeschrieben, obwohl sie von ihrem eigentlichen Wesen „leer von innewohnendem Sein“ sind (s. Shunyata). Aufgrund dieser Zuschreibung entsteht die Vorstellung eines unabhängig von anderen Phänomenen existierenden „Ich“. Mit dieser „Ich-Vorstellung“ treten die drei sogenannten „Wurzel-Geistesgifte“: Grundlegende Unwissenheit, Anhaftung und Abneigung auf. Leidverursachende Handlungen, die mit Körper, Rede und Geist aufgrund dieser Geistesgifte ausgeführt werden, erschaffen Karma („Ursache und Wirkung“). Karma kann als Ursache von geistigen Eindrücken beschrieben werden, die durch geistesgiftbedingte Handlungen entstanden sind, und die als Resultat leidvolle Erfahrungen in der Zukunft bewirken. Die karmischen Spuren im Geist eines unerleuchteten „fühlenden Wesens“ verursachen demnach das Aufkommen der individuellen Lebenswirklichkeit, wie die verschiedenen Bereiche der Götter, Halbgötter, Menschen, Tiere, hungrigen Geister und Höllenwesen, die an den Leidenskreislauf (Samsara) aus wiederholter Geburt, Alter, Krankheit und Tod gebunden sind.
ZEN-Buddhimus
Zen ist der weglose Weg, das torlose Tor. Die dem Zen zugrundeliegende große Weisheit (Prajna) braucht gemäß der Lehre nicht gesucht zu werden, sie ist immer schon da. Vermöchten die Suchenden einfach nur ihre permanenten Anstrengungen aufzugeben, die Illusion der Existenz eines „Ich“ aufrechtzuerhalten, würde sich Prajna unmittelbar einstellen.
Realistisch gesehen ist das Beschreiten des Zen-Wegs jedoch eines der schwierigeren Dinge, die in einem menschlichen Leben unternommen werden können. Den Schülern wird die Bereitschaft zur Aufgabe ihres selbstbezogenen Denkens und letztlich des Selbst abverlangt. So dauert der Übungsweg gewöhnlich mehrere Jahre, bevor die ersten Schwierigkeiten überwunden sind. Dabei behilflich sind die Rōshi genannten Lehrmeister. Der Weg ist allerdings stets zugleich auch das Ziel, im Üben ist die Erfüllung stets gegenwärtig.
Primäre Aufgabe des Zen-Schülers ist die fortgesetzte, vollständige und bewusste Wahrnehmung des gegenwärtigen Moments, eine vollständige Achtsamkeit ohne eigene urteilende Beteiligung (Samadhi). Diesen Zustand soll der Zen-Schüler nicht nur während des Zazen, sondern möglichst in jedem Augenblick seines Lebens beibehalten.
- „Zen ist nicht etwas Aufregendes, sondern Konzentration auf deine alltäglichen Verrichtungen“ (Shunryu Suzuki)
Auf diese Weise kann sich die Erkenntnis der absoluten Realität einstellen (Satori). Die Frage nach dem Sinn des Lebens wird aufgehoben; die Kontingenz der eigenen Existenz, das In-die-Welt-geworfen-Sein kann angenommen werden. Vollkommene innere Befreiung ist die Folge: Es gibt nichts zu erreichen, nichts zu tun und nichts zu besitzen.
ZEN-LinK: Kloster ANTAIJI in Japan und sein deutscher Abt Muho
Zazen - oder der Weg zum Glück
Eine Religion ohne Gott
Der Buddhismus kennt weder Himmel noch Hölle. Nicht das ewige Leben verspricht er, sondern Erlösung durch Selbsterkenntnis.
Der Buddhismus gilt als friedfertig und undogmatisch, stressreduzierend und persönlichkeitsstabilisierend – kurzum: als ideale Religion postmoderner Individualisten. Das mag die westliche Faszination für die viertgrößte Weltreligion erklären. Das Oberhaupt der tibetischen Gelugpa-Schule, der Dalai Lama, erscheint vielen Deutschen gar als »weisester Mensch der Gegenwart«. In einer Umfrage der Zeitschrift Geo landete der stets freundlich lächelnde Tibeter vor vier Jahren unangefochten auf Platz eins – weit vor anderen Konkurrenten wie dem damaligen Papst Johannes Paul II., Nelson Mandela oder Stephen Hawking. Sein Schüler, der Schauspieler und Frauenschwarm Richard Gere, avancierte unterdessen zu Hollywoods bekanntestem Buddhisten. Dank ihm wird das Thema mittlerweile sogar auf die Titelseiten von Illustrierten gehoben.
Beispiele prominenter Buddhisten:
Richard Gere


Einer der bekanntesten buddhistischen Hollywood-Stars ist wohl Richard Gere. Sein erster Kontakt mit der fernöstlichen Religion geschah auf einer Nepal-Reise im Jahr 1978. Seitdem traf der Schauspieler immer wieder mit dem Dalai Lama zusammen. Gere ist dem Buddhismus beigetreten und findet viel Trost in seinem Glauben. „Egal, was ich tue, welche Entscheidung ich treffe: Ich denke immer darüber nach, wie es sich auf meinen Sohn auswirkt. Wenn Sie wollen, dass Ihr Kind etwas Besonderes wird, müssen Sie es selbst sein: großmütig, freundlich, liebevoll und verzeihend.“ bringt der Star die Grundsätze des Buddhismus auf den Punkt. So half ihm die Religion auch über seine Scheidung von Cindy Crawford hinweg. Der Star glaubt fest daran, dass es auch ihn selber glücklich macht, wenn er für andere Menschen Gutes tut.
Tina Turner
Zum ersten Mal ist Tina Turner in einer deutschen Talkshow aufgetreten – und sprach bei Beckmann vor allem darüber, warum Reden eigentlich überflüssig ist. Die 69-Jährige lebt im Alter ihre stille Seite aus. Als überzeugte Buddhistin schweigt sie gern – und überfordert Plaudertasche Beckmann damit völlig. Die 69-Jährige Rocklegende hat sich abgewandt von den lauten, rockigen Zeiten. Wie es sich für einen echten Star gehört, hat sie stattdessen ihre Erfüllung im Glauben gefunden, sie ist jetzt Buddhistin, durch und durch.
Der Sänger Roger Cicero (38) hat seinen Sohn Louis (1) nach buddhistischem Ritus taufen lassen. “Buddhismus gibt mir die Kraft und die totale Energie”, sagte er.
Eine Freundin sei praktizierende Buddhistin und habe einen Lama mitgebracht, der seinen Sohn getauft habe, erzählte Cicero der Illustrierten “Bunte”. Das Ritual einer Taufe ist im Buddhismus in der Regel nicht üblich. Ein Beitritt zu der Religionsgemeinschaft der Buddhisten wird überwiegend als Selbstverpflichtung verstanden. Formal erfasst wird ein solcher Beitritt in der Regel nicht.
Schumis Manager Willi Weber: , Wie ich Buddhist wurde
Auf dem Aktenschrank hinter seinem Schreibtisch liegt ein fünfzehn Kilo schwerer Buddha aus Bronze. Seit fünf Jahren ist Willi Weber, 58, Buddhist. Als äußeres Kennzeichen seines Glaubens trägt er am rechten Handgelenk vier Armbänder mit Buddhaperlen. Bis jetzt hat der Manager von Michael und Ralf Schumacher noch nicht erzählt, warum er Buddhist wurde. Der B.Z. am Sonntag verriet er es.
B.Z.: Warum sind Sie Buddhist geworden?
Willi Weber: Weil mich der katholische Glaube, in dem ich erzogen wurde, schon immer etwas beängstigt hat. Das liegt an dem Druck, den er ausübt. Die Katholiken sagen zum Beispiel, dass man ins Fegefeuer oder in die Hölle kommt, wenn man gegen die zehn Gebote verstößt. Meiner Meinung nach befinden wir uns bereits zu Lebzeiten im Fegefeuer und durchwandern die Hölle. Deswegen bin ich vor zehn Jahren aus der katholischen Kirche ausgetreten. Ich habe mich für den Buddhismus entschieden, weil er mehr eine Weltanschauung als eine Religion ist. Das kommt mir sehr entgegen.
Prominente westliche Buddhisten
Bekannte westliche Buddhisten lassen sich in zwei Kategorien einteilen. Die einen sind Prominente wie Richard Gere, Tina Turner und Allen Ginsberg, von deren “Buddhist sein” aufgrund ihrer anderweitig bedingten Bekanntheit öffentlich die Rede ist.
Zum anderen sind es Europäer und US-Amerikaner, die sich so intensiv mit dem Buddhismus beschäftigt haben, dass sie ihre Erfahrung und ihr Wissen weitergeben können. Zu ihnen gehören z.B. Jeffrey Hopkins, Pema Chödrön, Dr. Alexander Berzin, Jack Kornfield und Robert F. Thurman.
Auch in Deutschland sind seit mehr als hundert Jahren Menschen, die zum Buddhismus gefunden haben bemüht, die Buddhalehre weiterzugeben; unter anderen Friedrich Zimmermann, Karl Seidenstücker, Georg Grimm, Nyanatiloka, Nyanaponika, Lama Anagarika Govinda, Harry Pieper, Ayya Khema, Karl Schmied, Alfred Weil, Sylvia Wetzel und Yeshe Udo Regel, sowie in Österreich Karl Eugen Neumann, Fritz Hungerleider und Genro Koudela und in der Schweiz unter anderen Max Ladner und Marcel Geisser. Aktuelle buddhistische Lehrer mit hohem Bekanntheitsgrad sind z.B. Sangharakshita oder Ole Nydahl.
Bekannte budhistische Lehrer:

Dalai Lama

Ole Nydahl
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